Der neue Lehrplan

Der neue Lehrplan
Die Gesellschaft entwickelt sich stetig weiter. Mit der Anpassung des Lehrplans halten die Volksschulen dieser Entwicklung Schritt. Der bisherige Lehrplan stammt aus dem Jahr 1997 und wird somit 20-jährig.
Der Lehrplan beschreibt, was das Kind am Ende der Volksschule wissen und können soll. Er legt Bildungs- und Lernziele fest und regelt die Unterrichtszeit. Zudem unterstützt er die Lehrpersonen bei der Planung des Unterrichts.Der neue Lehrplan tritt mit dem Schuljahr 2017/18 in Kraft.

Der neue Lehrplan ist an den heutigen Lehrplan anschlussfähig, entwickelt jedoch das Unterrichtsverständnis weiter:
Von der ehemals Stofforientierung über die heutige zielorientierte steht neu die Kompetenzorientierung im Zentrum. So bechreibt der Lehrplan einen verständlichen und nachvollziehbaren Kompetenzaufbau vom Kindergarten bis zum Schulaustritt. In einer Kompetenz bündeln sich unterschiedliches Wissen, Können und Wollen. Erklärtes Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, das erworbene Wissen in verschiedenen, auch alltäglichen Situationen anzuwenden.

Der neue Lehrplan wird die Schule nicht auf den Kopf stellen. Er stellt einen von diversen Faktoren dar, die eine gute Schule ausmachen. So ist der Lehrplan Volksschule als weiterer Impuls für die stetige Schul- und Unterrichtsentwicklung zu verstehen, da er eine Reihe von Chancen besitzt, die es zu nutzen gilt:

  • Der Lehrplan Volksschule setzt an den aktuellen Erkenntnissen zum optimalen Lernen an und zeigt den Lernweg über 11 Schuljahre hinweg auf.
  • Der Lehrplan dient den Lehrpersonen als Planungs- und Orientierungshilfe für die Unterrichtsgestaltung.
  • Durch verbindliche Ziele für Kinder und Jugendliche werden stufenübergreifende Absprachen und Zusammenarbeit erleichtert und intensiviert.
  • Der Kompetenzaufbau in einzelnen Lernbereichen gibt den Lehrpersonen Aufschluss über den aktuellen Lernstand der Schülerinnen und Schüler und bildet die Grundlage für einen individualisierenden Förderansatz.
  • Er vereinfacht den Übergang in die Berufs- und Mittelschulen.

Aufbau

  • Der Lehrplan unterteilt die elf Schuljahre in drei Zyklen und ist strukturneutral.
  • Auf einen Blick zeigt der Lehrplan den Aufbau zentraler Kompetenzen in den Fachbereichen vom ersten Kindergartenjahr bis zur dritten Oberstufe.
  • Auf nationaler Ebene sind Kompetenzen festgelegt, über welche die Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschule verfügen müssen.
  • Die zusätzlichen Orientierungspunkte dienen dazu, verbindliche Ziele zu definieren.
  • Im Lehrplan werden Möglichkeiten für die konkrete, praktische Umsetzungsarbeit im Unterricht formuliert.

Zyklen
Der Lehrplan Volksschule unterteilt die 11 Schuljahre inhaltlich in drei Zyklen. Der 1. Zyklus umfasst zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarschule. Der 2. Zyklus umfasst vier Jahre Primarstufe, d.h. die 3. bis 6. Klasse. Den 3. Zyklus bilden die drei Jahre Oberstufe.

Fachbereiche
Im Lehrplan gibt es sechs Fachbereiche:

  • Sprachen
  • Mathematik
  • Natur, Mensch, Gesellschaft
  • Gestalten
  • Musik
  • Bewegung und Sport

Dazu kommen für alle drei Zyklen noch Medien und Informatik (MI) sowie die Berufliche Orientierung (BO). Inhalte aus dem bisherigen Fach Individuum und Gemeinschaft (IG) verschieben sich in verschiedene Fächer. Die Anzahl Lektionen IG wird neu im Fach BO eingesetzt: Auf der Oberstufe ersetzt das Fach Wirtschaft, Haushalt, Arbeit (WAH) das bisherige Fach Hauswirtschaft. Ein neues Fach ab der 3. Klasse ist Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG). Es kann entweder als ERG Kirchen oder als ERG Schule besucht werden.

Weiterbildungen Lehrpersonen
Alle Schulen im Kanton St. Gallen erstellten ein lokales Führungskonzept zur Einführung vom Lehrplan Volksschule. Im Mittelpunkt stehen verschiedenste Weiterbildungen rund um die Thematiken vom neuen Lehrplan (Kompetenzorientierung, Bewertungssystem, Medien und Informatik, ERG, WAH, Lerhmittelerneuerungen...)

Ausführliche Informationen zum Lehrplan Volksschule finden Sie unter sg.lehrplan.ch oder schule.sg.ch.